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Inhalt

Die Vereinsgeschichte von 1947 bis heute. Daten und Fakten zur Entstehung und Entwicklung des Vereins in den vorangegangenen 66 Jahren.

Sehr geehrte Besucher unserer Homepage,
der Spagat zwischen der Einhaltung der Bestimmungen des
Datenschutzgesetzes, den Wünschen unserer Kleingärtner
und den wissensdurstigen Besuchern, die gerne ausführlich
über die Geschichte des Vereins informiert werden wollen, ist
ein äußerst schwieriges Unterfangen.
Es ist verständlich, wenn die Gartenfreunde, die sich schon seit
30 und mehr Jahren der Kleingärtnerei und dem Vereinsleben
verschrieben haben, eine ausführliche Würdigung der
geleisteten Aufbauarbeit für den Verein erwarten.

Leider würde so eine Würdigung aber den Rahmen einer Homepage
sprengen und so bleibt uns nur der Hinweis auf die
Festschrift „50 Jahre Gemeinschaft der Gartenfreunde
Stuttgart-Botnang e.V.“ aus dem Jahr 1997.

Die Festschrift von 1997 verdanken wir den Mitgliedern des damaligen Vereinsvorstandes und sie ist auch die Grundlagefür die heutige Präsentation unserer Vereinsgeschichte. Insbesondere ist die organisatorische Leistung des damaligen Vereinsvorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden, Herrn Klaus Wagner, zu würdigen. Er hat nicht nur durch seine Arbeit, zusammen mit seinen Vorstandskollegen, die Finanzierung der Festschrift sicher gestellt, sondern er hat uns auch durch seine akribischen Nachforschungen zur Vereinsgeschichte viele interessante Informationen über die Entstehung der Kleingartenanlagen in Stuttgart übermittelt.*

Die Entstehung der Kleingartenanlagen

1946

In Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft und nach Genehmigung durch die amerikansiche Besatzungsmacht, wurden in Botnang im Gewann Asper, beim Sportplatz Himmerreich und im Augenwald beim MTV die ersten Parzellen als Grabeland an die Bevölkerung vergeben.

1946
Gründung der Bezirksgruppe Stuttgart und des Landesverbandes der Siedler und Kleingärtner e.V.

26. April 1947
Abschluss des ersten Pachtvertrages mit der Hofkammer für das Gelände Augenwald mit einer Laufzeit bis 01. Februar 1960

19. Juni 1947
Gründungsversammlung des Ortsvereines Botnang im Gasthaus „Schwanen“.

4. Juli 1947
1. Wahl der Vorstandschaft des Ortsvereines Botnang

1. Mai 1955
Die Forstdirektion gibt die Auflösung der Anlage Asperg bekannt und bietet das Gelände Bauernwald als Ersatz an.

Frühjahr 1958
Parzellenvergabe an die Pächter im Bauernwald

13. Juni 1958
Bebauungsplanentwurf sieht im Rahmen der Friedhofserweiterung die Einbeziehung der Kleingartenanlage Bauernwald vor

12. Oktober 1960
Regierungspräsidium lehnt die Kündigung der Augenwaldanlage 2 ab und gewährt Bestandsschutz

1961
Bauernwaldanlage gewinnt den 2. Preis beim Wettbewerb um die schönste Kleingartenanlage in Baden-Württemberg

15. Mai 1963
Die Gartenanlage Asper wird geräumt. Von 5,55ha verringert sich die Kleingartenfläche in Botnang auf 4,7 ha. Die Mitgliederzahl sank von 174 auf 129.

1960 – 1967
In diesem Zeitraum werden 28 Mitglieder des Vereins zu Laienfachberatern ausgebildet.

1970
Im Augenwald 1 wird ein Gemeinschaftshaus erstellt.

1975
Erweiterung der Anlage Augenwald 2 um 18,5 Ar auf 170 Ar

1978
Einweihung des Spiel- und Festplatzes im Augenwald 2

Lebensmittelkarte
Wer von unseren jungen Mitbürgern kennt noch die Lebensmittelkarten, die erst im Frühjahr 1950 abgeschafft werden konnten?

Vergangenheit und Zukunft oder worüber es sich lohnt nachzudenken!

Der Arzt Daniel Schreber hat schon 1843 auf den therapeutischen Wert der Gartenarbeit hingewiesen und 1864 wurde der erste Schrebergartenverein in Leipzig gegründet. Die soziale Not führte schon 1830 zur Bereitstellung von „Armengärten“ um so die herrschende Hungersnot zu bekämpfen.1939 entstanden in Degerloch und Zuffenhausen die ersten Kleingartenanlagen.Bei der Massenarbeitslosigkeit zur Reichsmarkzeit, dem Versorgungsnotstand während des 2. Weltkrieges und der schlechten Versorgungslage in den Nachkriegsjahren bis 1950 halfen die frischen Naturprodukte aus den Kleingärten die schlimmste Not zu lindern. * Wem von uns ist noch bewusst wie wichtig eine Kleingartenanlage in Notzeiten war und wie viel Arbeit die Gewinnung von Gartenland verursachte?

Das erste Vereinsprotokoll
So fing alles an! Das erste Vereinsprotokoll

Die Fläche für die Kleingartenanlagen im Augenwald war von Bombenkratern, zersplitterten Bäumen und wild wuchernden Sträuchern übersät. Die Wurzeln der Bäume mussten von Hand, mit Pickel und Schaufel ausgegraben werden. Die Urbarmachung des Geländes war nur in Gemeinschaftsarbeit zu schaffen. Alle packten mit an, alle halfen mit bei dem Auf- und Ausbau der Gartenanlagen

Gartenordnung 1947
Auch 1947 gab es schon Probleme mit der Gartenordnung!

Die Jahre von 1947 bis 1978 waren die „Gründerjahre“, bestimmt von dem Willen gemeinsam die Versorgungsnot zu lindern und einen Ort der naturnahen Erholung in Kleingartenanlagen zu schaffen.Wenn wir heute unsere Anlagen betreten, vor unseren Gartenlauben auf der Terrasse sitzen, fließendes Wasser und Solarstrom nutzen, in den Gemeinschaftseinrichtungen feiern und die Kinder auf dem Spielplatz toben, dann denkt kaum noch jemand an die Aufbauleistung unserer Vorgänger.

Mitgliedsbuch
Mitgliedsbuch eines unserer ersten Vereinsmitglieder

Der Erhalt der Anlagen, ihr Ausbau und die moderate Anpassung an unser modernes Leben ist die wichtigste Aufgabe der wir uns stellen müssen, doch diese Aufgabe können wir nur gemeinsam bewältigen.

*Quelle: Festschrift, 50 Jahre Gemeinschaft der Gartenfreunde Stuttgart-Botnang e.V. 11. Oktober 1997